Donnerstag , 24 April 2014
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Bayern gewinnen diesmal Wahnsinns-Finale gegen Chelsea

Sieger FC Bayern München posiert mit dem UEFA Super Cup. Foto: Flip Singer

Was für ein Finale! Wieder Verlängerung, wieder Elfmeterschießen. Doch diesmal haben die Bayern gegen den FC Chelsea das bessere Ende für sich.

Der FC Bayern hat nach einem Last-Minute-Krimi mit Elfmeterschießen als erste deutsche Mannschaft den europäischen Supercup gewonnen und den FC Chelsea in einem Wahnsinns-Finale diesmal in die Knie gezwungen.

15 Monate nach der so schmerzlichen Niederlage im Heimfinale der Champions League setzte sich der deutsche Fußball-Rekordmeister in Prag mit 7:6 (2:2, 1:1, 0:1) nach Elfmeterschießen gegen den Londoner Premier-League-Club durch. Die Bayern bescherten ihrem neuen Coach Josep Guardiola damit auch einen Prestigeerfolg gegen seinen Trainer-Erzfeind José Mourinho.

«Es war wichtig für uns, weil wir einfach Erfolgserlebnisse brauchen», sagte Münchens Sportvorstand Matthias Sammer: «Wir sind noch lange nicht über den Berg, aber wir sind dabei, ihn zu erklimmen.»

Nach der frühen Chelsea-Führung durch Fernando Torres (8. Minute) schien Franck Ribéry (47.) einen Tag nach seiner Kür zum Fußballer des Jahres in Europa mit seinem Ausgleichstreffer das Signal zum Sieg für die Bayern gesetzt zu haben. Doch Eden Hazard (93.) gelang in der Verlängerung die erneute Führung für den Europa-League-Gewinner, der nach einer Gelb-Roten-Karte gegen Ramires (85.) über eine halbe Stunde lang in Unterzahl spielen musste.

Nicht mal zehn Sekunden vor dem Ende der Verlängerung rettete der eingewechselte Javi Martínez die Bayern vor 17 686 Zuschauern im ausverkauften Eden-Stadion ins Elfmeterschießen. «Ich bin glücklich für alle», sagte der Spanier. Beim Nervenspiel vom Elfmeterpunkt gelang Nationalkeeper Manuel Neuer die entscheidende Parade gegen den letzten Chelsea-Schützen Romelu Lukaku. Zuvor hatten alle fünf Bayern-Spieler verwandelt. «Das war wichtig für die Psyche, wenn wir demnächst wieder gegen englische Mannschaften spielen», betonte Neuer.

Auch wenn es um seinen ersten Titel mit den Bayern ging, ließ sich Guardiola bei Schweinsteiger auf kein Risiko ein. Der am Sprunggelenk angeschlagene Mittelfeldstratege saß nicht mal auf der Bank. Weil Martínez wegen seiner Leisten- und Adduktorenprobleme auch nicht als Vollzeit-Alternative infrage kam und erst in der 56. Minute eingewechselt wurde, rückte zumindest für eine halbe Stunde Toni Kroos auf die «Sechs». Philipp Lahm übernahm den offensiven Mittelfeldpart neben Thomas Müller. Auf Rechts verteidigte wie schon beim dürftigen 1:1 am Dienstag in Freiburg Rafinha.

Doch die Probleme der Bayern zeigten sich in der Arbeit des gesamten Teams nach hinten, von der furchteinflößenden Kompaktheit der vergangenen Saison war wieder so gut wie nichts zu spüren. Zudem gingen die Münchner fahrlässig mit ihren Chancen um, während sich die «Blues» wie schon am 12. Mai 2012 auch unter Mourinho erstmal als Meister der Effizienz erwiesen.

Nur drei Stationen, darunter der stark aufspielende Nationalspieler und Chelsea-Neuzugang André Schürrle, und der Ball war im Bayern-Tor. Nach vorbildlicher Hereingabe in den Rücken der Münchner Abwehr war Torres volley zur Stelle und der ansonsten fast ausnahmslos glänzende Neuer machtlos.

Auf der Gegenseite versemmelten seine Vorderleute Gelegenheiten en masse. Allein viermal hatte Ribéry (7./22./29./35.) den Ausgleichstreffer auf dem Fuß, der frisch ausgezeichnete Franzose wirkte aber zunächst übermotiviert. Auch Lahm konnte Chelseas Keeper-Legende Petr Cech nicht überwinden (9.). Müllers Versuch aus kurzer halbrechter Distanz wurde ans Außennetz abgefälscht (38.).

Das Experiment mit Kroos auf der «Sechs» hatte Guardiola schon vor der Pause beendet, Lahm übernahm. Doch erst nach dem Seitenwechsel war auch die bayrische Offensiv-Wucht der vergangenen Saison in einigen Szenen wieder spürbar. Und immer wieder war Ribéry dran beteiligt. Beim seinem Tor nahm er eine Kroos-Vorlage auf und traf mit rechts aus rund 20 Metern, Cech sah dabei nicht gut aus.

Die Bayern, bei denen Martínez nach seiner Einwechslung den zentralen Defensivpart vor der Abwehr übernahm, machten Druck, leisteten sich aber auch wieder einige Schnitzer. Bedanken durften sie sich einmal mehr bei Nationalkeeper Manuel Neuer, der gegen Oscar (64.) und David Luiz (85.). Als auch Neuer geschlagen war, rettete die Latte gegen Branislav Ivanovic (79.). Beim Gegentreffer von Hazard, der zuerst Lahm, und dann auch noch Jerome Boateng düpierte, sah Deutschlands Nummer 1 allerdings unglücklich aus. Die Bayern rannten noch einmal an und wurden diesmal in der Nervenzerreißprobe mit dem Sieg belohnt. «Wir haben gekämpft bis zur letzten Minute, das ist super», sagte Ribéry und widmete seinen Treffer dem neuen Coach. «Es ist nicht einfach für Pep.»

 

 

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